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Gesundes Bauen

Die Baubiologie beschäftigt sich mit den Einflüssen der gebauten Umwelt auf ihre Bewohner, dabei stellt die Ökologie einen Teilbereich dieser Thematik dar. Bis zum Beginn der Industrialisierung lebte der Mensch weitgehend im Einklang mit der Natur. Durch die Verstädterung und die fortschreitende Industrialisierung wurde er jedoch gezwungen, sich in kürzester Zeit neuen Lebenssituationen anzupassen. In der Evolutionsgeschichte ist diese Herausforderung an den menschlichen Organismus einmalig. Es ist deshalb wichtig, dass wir uns mit den Belastungen aus der gebauten Umwelt auseinandersetzen und versuchen, diese zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.

Wir verbringen 90% unserer Arbeits- und Freizeit in geschlossenen Räumen, unser Befinden ist deshalb stark vom vorherrschenden Raumklima beeinflusst. Grundsätzlich gilt, dass naturnahe Verhältnisse im Innenraum jedem, wie auch immer künstlich optimierten Zustand, vorzuziehen sind. Ziel ist daher ein möglichst unbelastetes und naturnahes Lebensumfeld zu schaffen, indem ein gutes Raumklima und eine hohe Behaglichkeit (thermische Behaglichkeit, relative Feuchte, Raumluftqualität) und ausgewogene Lichtverhältnisse (Tages- und Kunstlicht) vorherrschen. Außderdem sollten Lärm, mikrobiologische Belastungen (Pilze, Bakterien und andere biogene Störquellen) und chemische Wohngifte (Gase, leicht- und schwerflüchtige Schadtstoffe, Schwermetalle und partikelförmige Stoffe) vermieden werden. Weitere Kriterien können die Abschirmung gegen Elektrosmog und Strahlung (Felder, Wellen, Radioaktivität) und die Vermeidung von geopathogenen Störzonen (Wasseradern, geologische Verwerfungen etc.) sein.

Wer sich mit dem gesunden Bauen auseinandersetzt, trifft sehr schnell auf viele ungesunde Faktoren. Um die möglichen Schadstoffe und/oder deren Quellen erfassen zu können, wird aus baubiologischer Sicht eine Einteilung nach biologisch/mikrobiell, chemikalisch, physikalisch und elektromagnetisch vorgenommen.

Biologisch/mikrobielle Faktoren

  • Pilze: Schimmelpilze, Hefepilze und Hausschwamm
  • Allergene aus Tierhaaren
  • Bakterien (z.B. aus Fäkalkeimen, Warmwassererzeugung (Legionellen) oder Mülleimer)
  • Milben und Kleinlebewesen (vor allem Hausstaubmilben, Staubläuse, Insekten)

Chemikalische Faktoren

  • Ammoniak (Bauprodukte, Tierhaltung)
  • Asbest (Dachwellplatten, Dichtungen)
  • Bitumen und Teer (Dachabdichtung, Straßenbelag, Außenluft)
  • Fasern (Bauprodukte, Dämmmaterialien)
  • Fogging (auch Magig-dust oder Schwarzstaub genannt)
  • Formaldehyd
  • Halb- und Schwermetalle
  • Holzschutzmittel
  • Insektizide
  • Kohlendioxid (Atmung, Außenluft)
  • Kohlenmonoxid (Tabakrauch, Ofenheizungen, Außenluft)
  • Ozon (Kopierer, Laserdrucker, Außenluft im Sommer)
  • Radon (Gestein)
  • Schwebestäube: Feinstaub und Ultrafeinstaub (offene Kamine, Holzheizungen, Tabakrauch, Kerzen, Staubsaugen, Außenluft, Straßenverkehr, Flugverkehr, Pollen)
  • Staubniederschläge / Hausstaub (Tabakrauch, Außenluft)
  • Stickstoffoxide (Gasherde, Ofenheizungen, Außenluft)
  • VOC: Flüchtige organische Verbindungen, gasförmig (Bauprodukte, Inventar, Farben, Lacke, Klebstoffe, Tabakrauch, Außenluft)
  • SVOC: Schwer flüchtige organische Verbindungen (Bauprodukte, Pestizide, Farben, Lacke, elektronische Bauteile in Gebäuden, Flammschutzmittel)

Elektromagnetische und physikalische Faktoren

  • Ionisierende Strahlung (Radioaktivität, Radon)
  • Nichtionisierende Strahlung: Hochfrequente Strahlung (Mobilfunk, Rundfunksendern, WLAN Netze, Bluetooth, Schnurlos-Telefone, Babyphone) und niederfrequente Strahlung (elektrische Hausinstallation, elektrische Geräte und Beleuchtungen)
  • Schallwellen (Lärm und Vibrationen)
  • Erdstrahlung/Geologische Störzonen (Verwerfungen, Wasseradern)